Wenn man seriösen Berichten Glauben schenken soll, dann steuert die Zahl der überschuldeten Privathaushalte in diesem Jahr einem neuen Rekord entgegen. Was bei Staaten nahezu ausgeschlossen ist und wenn doch, wie das Beispiel Griechenland zeigt, die anderen Länder mehr oder weniger in Mithaftung genommen werden, ist bei Privatleuten gänzlich anders. Sie sind im schlimmsten Fall gezwungen, beim Insolvenzgericht einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens zu stellen mit der Folge, dass ihnen nach einer entsprechenden Wohlverhaltensphase von sechs Jahren ab Eröffnung alle Schulden erlassen werden.

Was sich insofern positiv anhört, kann aber auch angesichts der langen Dauer der Wohlverhaltensphase sehr wohl daneben gehen. Ganz davon abgesehen, dass es zu einem Insolvenzverfahren gar nicht kommen muss. Denn Schulden haben ist zunächst einmal kein Problem. Allerdings müssen sie einmal im Verhältnis zum Einkommen stehen und dürfen das zur Verfügung stehende Einkommen nicht überschreiten. Außerdem sollte nicht für jede noch so kleine Anschaffung Kredite aufgenommen werden, ganz zu schweigen von eher banalen Dingen wie Kleidung, Handy oder auch ein Urlaub. Wer für solche Dinge eine Finanzierung aufnimmt, anstatt darauf zu sparen, der ist ein geeigneter Kandidat für die berühmte Schuldenfalle.

Was aber ist, wenn die Schulden tatsächlich überhand nehmen und die Kredite irgendwann nicht mehr bedient werden können. Banken sind diesbezüglich sehr rigoros und kündigen nach zweimaliger Zahlungserinnerung den Kredit. Daher ist es mehr als ratsam, wenn Verbraucher in einer solchen Situation mit ihrer Bank Kontakt aufnehmen und Gespräche über eine Stundung führen. Oftmals laufen aber bei unterschiedlichen Banken Finanzierungen bzw. die Schuldner benötigen einfach professionelle Hilfe. Im Internet gibt es verschiedene Portale, auf denen sich überschuldete Privatpersonen Rat in ihrer Situation suchen können. Auch Schuldnerberatungen vor Ort helfen zuweilen kostenlos überschuldeten Haushalten.

In den Gesprächen wird zunächst einmal eine Aufstellung über alle vorhandenen Kredite erstellt und dann in Zusammenarbeit mit der Schuldnerberatung eine Lösung zwischen Gläubigern und Schuldnern gesucht. In der Regel findet sich eine Lösung, denn auch die Gläubiger haben ein Interesse daran, möglichst viel Geld aus ihrer Forderung zu bekommen, was bei einem Verbraucherinsolvenzverfahren oftmals nicht gelingt.